Geht uns das Trinkwasser aus?

2021. Ein Seminar vom GRIBS Bildungswerk e.V. mit Patrick Friedl, MdL, und...

GRIBS Bildungswerk e.V.

In der Veranstaltung des GRIBS Bildungswerk e.V. ging es über das sehr breite Thema Wasser; die Bereiche Wasserarmut, Nitrateinträge, Grundwasserbildung und Trinkwasser wurden abgedeckt.

Als Referenten konnten Patrick Friedl von der GRÜNEN Landtagsfraktion,

Prof. Dr. Wolfgang Günthert GWF, Deutscher Expertenrat, dwa Bayern  und

Prof. Dr. Kurt-Jürgen Hülsbergen TUM, Lehrstuhl für Ökolandbau, gewonnen werden.

Die durchschnittlichen Trinkwasserbrunnenstände gehen nahezu überall seit 20 Jahren zurück. Künftig dürften die Themen Wassereinsparen und Regenwasserrückhalten und -nutzen immer wichtiger werden. Ein Niedrigwasser-Management einführen und Zisternenförderung für Einsegnungshallen, Sportheime (kein Trinkwasser zum Rasen wässern) wären einige Handlungsmöglichkeiten. Besonders bei Planungen von Baugebieten sollten Schwammeffekte von vornherein mit eingeplant werden. Siedlungen mehr in die Höhe bauen und weg von Bächen, die sehr schnell anschwellen können. Die große Herausforderung wird sein, bei den Abwägungen entsprechende Prioritäten zu setzen (Nutzungskonflikte).

In der Landwirtschaft bedarf es unter anderem mehr und breitere Ackerraine und Hecken um die Bodenerosion bei Starkregenfällen zu verringern; zum einen um den Humus nicht wegwaschen zu lassen und zum anderen damit die Einträge durch Düngung (auch Nitrate) nicht in die Bäche und Flüsse abgeleitet werden. Ein Ziel ist es, das Regenwasser auch für die trockenen Zeiten für die Feldfrüchte zur Verfügung zu stellen.

Humusaufbau durch Luzerne, Kleegras, überhaupt Leguminosen, aber auch Versuche mit Pflanzenkohle durch Pyrolyse hergestellt zeigen Erfolge. Feldfruchtwechel, Zwischengrünsaat - diese Maßnahmen sollten nach den Böden und Lagen angepasst werden. Feldtrainagen entfernen und weitere Maßnahmen.

Die Vorträge:

  • Patrick Friedl, MdL: Wasserarmut
    Der Vortrag stellt die zu erwartenden Szenarien dar und stellt das grüne 10 Punkte Maßnahmenprogramm vor. (eine ausgearbeitete Form findet sich HIER)
  • Prof. Dipl-Ing. i.R. Wolfgang Günthert: Starkregenmengen müssen künftig mehr über die Erde zurückgehalten werden.
    Über das Bauen in die Höhe anstatt in die Breite nachdenken, andere Bauweisen auszuwählen; die Landratsämter werden künftig ihre Prioritäten bei Abwägungen (Bauzulassungen) anders setzen müssen; Personal in Ämtern schulen und fortbilden. Die Landesanstalt für Landwirtschaft bietet ein Kampagnenprogramm dazu an.
  • Prof. Dr. Kurz-Jürgen Hülsbergen: aus rechtlichen Gründen nur nach Anfrage (zur internen Verwendung)


    Eine Liste mit Materialien sowie Musteranträge von Patrick Friedl für die Kommune und in unserer Antrags- und Informationsbörse dieser Homepage.
    Handlungsmöglichkeiten für die Kommunen gibt es bei den Trinkwassersatzungen, verpachteten landwirtschaftlichen Liegenschaften, Förderung von Ökolandbau und jegliche Tipps für die Bürger*innen zum Trinkwasser und -Abwasserschutz wie sie der BUND u.a. als Umwelttipps herausgeben. Begleitend ist es, z.B. mit der örtlichen VHS eine Vortragsreihe und/oder Vorträge anzuregen, Exkursionen zum Wasserwerk usw.